Die Gruppe gibt Feedback​

Die Operative Gruppe ist die Basis, auf der alles Lernen, Entdecken, Verstehen, Organisieren und Sich-Bilden geschieht. In unseren westlichen Gesellschaften, die auf das Individuum und sein Streben ausgerichtet sind, stellt die Operative Gruppe ein Modell dar, wie das Lernen mit anderen und ohne abwertende Konkurrenz zu ihnen zu innerer Sicherheit und Gelassenheit führen kann.[2] Die Operative Gruppe ist der verlässliche Rahmen, in dem jede Frage willkommen, jede Anregung auf ihr Potential hin untersucht, jedes Experiment von allen begutachtet und kritisch kommentiert wird. Hier entwickelt sich ein Stil und ein Umgang mit Lernen und Sich-Bilden, der nicht durch ein starres Inhaltsraster vorstrukturiert ist, sondern im Flow und in der Gewissheit geschieht, dass es anerkennendes und kritisches Feedback von allen gibt. Diese Art von Feedback ist ein Modellieren von Experimenten und Aufgaben, das zu immer komplexeren Stufen von Erkenntnis und Bildung führt. Die Inhalte werden nicht angeeignet, weil sie in der Theorie als relevant erachtet werden, sondern weil sie von den Gruppenmitgliedern als Instrumentarium auf dem Weg zu einem Ziel benutzt werden. Insofern ist die Art der Aneignung von Wissen eine Frage zunehmender Kompetenz, die sich durch die Struktur der Schule organisch und unaufdringlich entwickelt. Diese Kompetenz, aktiv nach notwendigem Wissen zu suchen oder es aufzubauen, wird in der Operativen Gruppe angeeignet. Dies ist für Koordinator*innen eine spannende Herausforderung, denn die Konzepte, wie sie mehrheitlich existieren, gehen nicht von der Gruppe und ihrem Potential aus.

[2]Wir unterscheiden zwischen einem Wettbewerb der Ideen, die gleichwertig anerkannt sind und in ihrem Potential untersucht werden, und einer Konkurrenz, die auf der Abwertung der Ideen anderer beruht und ihre scheinbare Relevanz in der dominanten Durchsetzung von Ideen gewinnt. (Vergl. Marshall Rosenberg Non-Violent Communication).